Kardiale Bildgebung

Echokardiographie

Wir führen täglich bis zu 50 Ultraschalluntersuchungen an vier modernen Ultraschallgeräten in 2D- und 3D-Technik durch. Im Durchschnitt sind davon 10 Untersuchungen transösophageale Echokardiographien.

Linksventrikuläre Funktion, rechtsventrikuläre Funktion und Vitiendiagnostik

Die häufigsten Fragestellungen bei einer Echokardiographie betreffen die Beurteilung der systolischen und diastolischen linksventrikulären Funktion, das Vorhandensein von Wandbewegungsstörungen nach Herzinfarkten oder bei Kardiomyopathien sowie die Einschätzung der Herzklappenfunktion.

Bei pulmonalen Erkrankungen ist häufig auch die Rechtsherzfunktion beeinträchtigt. Die Aufgabe der Echokardiographie besteht darin, die rechtsventrikuläre Funktion einzuschätzen und, soweit möglich, eine chronische Rechtsherzbelastung (z.B. bei COPD) von einer akuten (z.B. bei akuter Lungenembolie) zu unterscheiden.

Für diese Routineuntersuchungen nutzen wir in erster Linie die 2-D-Echokardiographie inklusive Doppler- und Tissuedopplermessungen. Die dreidimensionale Modalität erweitert unsere Beurteilungsmöglichkeiten bei bestimmten Fragestellungen wie z.B. besonderen Klappenvitien (Prolaps, Flail leaflet) und steht uns sowohl transthorakal als auch transösophageal zur Verfügung.

Kardiale Emboliequellen

In enger Kooperation mit der Klinik für Neurologie erfolgt eine Ursachenabklärung bei Patienten mit einem Schlaganfall. Kardiale Emboliequellen wie Thromben oder Shuntvitien sind in 5% der Schlaganfälle ursächlich und können durch die transösophageale Echokardiographie diagnostiziert werden.

Stressechokardiographie

Bei dieser Untersuchungsform wird eine körperliche Belastungssituation durch die Verabreichung von Dobutamin simuliert. Zeitgleich erfolgt die echokardiographische Beurteilung der linksventrikulären Funktion. Der Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit kann sich erhärten, wenn unter der Belastung Wandbewegungsstörungen entstehen. Dann ist eine Herzkatheteruntersuchung indiziert. Bleibt das Kontraktionsverhalten auch unter Belastung normal, kann eine koronare Herzkrankheit mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Bei bereits vorbestehenden Einschränkungen der linksventrikulären Funktion oder auch bei einer sogenannten Low-Gradient-Aortenklappenstenose (niedriger Druckgradient durch schlechte linksventrikuläre Funktion) kann die Stressechokardiographie mit krankheitsangepassten Belastungsprotokollen wichtige Informationen über die Relevanz der Erkrankung liefern.

Kardio-MRT

Die kardiale Magnetresonanz-Tomographie dient der Diagnostik von akuten bzw. chronischen Myokarditiden, Speichererkrankungen sowie strukturellen Herzerkrankungen (Raumforderungen, Herzklappenerkrankungen etc.). Hierzu werden während der Untersuchung spezielle Bildsequenzen angefertigt, durch die intramyokardiale Ödeme oder Myokardnarben detektiert werden.

Außerdem kann die Frage nach einer belastungsinduzierten Myokardischämie als Ausdruck einer stenosierenden Koronaren Herzkrankheit durch eine zusätzliche medikamentöse Belastung (mit Adenosin oder Dobutamin) während der MRT-Untersuchung sicher und ohne die Verwendung von Röntgenstrahlen beantwortet werden. Spezielle sog. „Cine“-Aufnahmen erlauben die Beurteilung der Kontraktilität aller Wandsegmente des Herzmuskels. Die Pumpfunktion beider Ventrikel wird durch Auswertung einer Volumetrie regelmäßig mitbeurteilt.

Wir führen kardiale Magnetresonanz-Tomographien in Kooperation mit unserer Klinik für Radiologie durch. Die Patienten werden im Vorfeld durch uns über die Untersuchung aufgeklärt und erhalten von uns im Anschluss an die Untersuchung eine Information über den Befund und das weitere Vorgehen. Ein schriftlicher Befund geht Ihnen selbstverständlich immer zu.

Detailfragen klären wir im Vorfeld direkt mit Ihnen telefonisch oder im persönlichen Gespräch mit dem Patienten.

SPECT-Myokardszintigraphie (Klinik für Nuklearmedizin

Neben der Kardio-MRT ist die SPECT-Myokardszintigraphie die 2. Säule in der nicht-invasiven Ischämiediagnostik. Bereits seit vielen Jahren wird sie durch die Klinik für Nuklearmedizin unseres Hauses angeboten. Durch die sehr gute Zusammenarbeit unserer Abteilungen profitieren unsere Patienten von der großen Expertise des Chefarztes der Nuklearmedizin, Herrn Prof. Dr. med Wolfgang Schäfer, der diese Untersuchung mit extrem hoher Qualität durchführt. Prof. vom Dahl als ehemaliger Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Nuklearkardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) schätzt den Wert der SPECT-Myokardszintigraphie sowohl in der Ausschlussdiagnostik einer koronaren Herzkranheit als auch für den Nachweis einer hämodynamischen Relevanz von nachgewiesenen Stenosen als sehr hoch sein.

Sehen Sie über diesen Link eine Zusammenfassung zum aktuellen Stand der Myokardszintigraphie.